Schützenverein Egestorf und Umgegend e.V.

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Schützenpräsidenten Im Wochenblattinterview

„Der Schießsport prägt vor allem das ländliche Leben”
 Schützenpräsidenten sprechen über die Bedeutung des Schützenwesens, über Nachwuchsprobleme und das Image der Schützenreinhard_pape_k

Immer mehr Schützenvereine finden keinen König und klagen über Nachwuchssorgen. Hartwig Kruse (65, Präsident des Bezirksschützenverbands Stade) und Reinhard Pape (61, Präsident des Schützenverbands Nordheide und Elbmarsch) erklären im Interview mit WOCHENBLATT-Redakteur Lars Zimmermann, wie die Schützen ihre Probleme lösen wollen.

WOCHENBLATT: Warum sind die Schützenvereine für das Leben in den Gemeinden wichtig?

Hartwig Kruse: Ohne die Schützen wäre in vielen Orten gar nichts los. Vor allem das ländliche Leben wird durch den gemeinsamen Schießsport belebt. Die Kameradschaft ist füreine funktionierende Dorfgemeinschaft unverzichtbar.

WOCHENBLATT: Welche Bedeutung haben die Schützenfeste für die Gemeinden? 

Reinhard Pape: Gerade für die kleineren Orte ist das Schützenfest meistens das Ereignis Schützen des Jahres. Aufgrund der jahrzehntelangen Tradition sind diese Feste nicht wegzudenken.

WOCHENBLATT: Hat die Bedeutung der Schützen abgenommen?
Kruse: Nein, ganz im Gegenteil. Vor 50 Jahren war der Schießsport noch elitär. Heute ist das Schützenfest ein Dorfgemeinschaftsfest für die gesamte Bevölkerung.

WOCHENBLATT: Einige Vereine finden keinen Schützenkönig. Was sind die Gründe und wie kann gegengesteuert werden?

Pape: Es ist eine generelle Tendenz, dass sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagieren wollen. Deswegen wird es für manche Vereine immer schwieriger, einen Schützenkönig zu finden. Einige Schützendürften auch die mit dem Amt verbundenen Kosten abschrecken. Deshalb macht es Sinn, diese und auch den Zeitaufwand zu reduzieren.
Kruse: Das sind keine allgemeinen, sondern meistens vereinsinterne Probleme, die auch nur vereinsintern gelöst werden können. Oft ist es so, dass den Leuten das Amt des Schützenkönigs mit zu hohen Belastungen verbunden ist. Deshalb muss man überlegen, wie diese reduziert werden können.

WOCHENBLATT: Haben die Schützen ein Nachwuchsproblem?

Kruse: Die Altersstruktur ist mit Sicherheit problematisch. Davon sind allerdings alle Sportarten betroffen. Bei uns wird der Schnitt nach oben getrieben, weil man auch mit 70 Jahren noch aktiver Schütze sein kann.
Pape: Das Durchschnittsalter ist ziemlich hoch. Schuld daran sind auch die Waffengesetze. Jugendliche dürfen nicht mehr schießen, gehen deshalb in andere Sportvereine oder zur Feuerwehr und sind für uns verloren. Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Politiker den Schützen bewusst schaden wollen.

WOCHENBLATT: Nach dem Amoklauf von Winnenden war wieder eine Verschärfung des Waffenrechts im Gespräch, die vor allem die Schützenvereii getroffen hätte. Haben die Schützen ein Imageproblem?

Kruse: Wir haben kein Imageproblem. Ich habe aber den Eindruck, dass jedes tragische Unglück den Schützen in die Schuhe geschoben werden soll.

WOCHENBLATT: Was ist das Faszinierende am Schießsport? 

Pape: Es ist ein einzigartiger Sport für alle Altersgruppen. Wer nicht selbst schießt, kann sich nicht vorstellen, welche Freude dieser Sport macht und welch imenser Konzentrationsaufwand erforderlich ist.
Kruse: Kameradschaft Freundschaft und Konzentration werden gefördert wie in sonst keiner anderen Sportart.